Montag, 7. april 2008
Mönchengladbach D - Nordrhein Westfalen 07.04.2008, 08:58 Uhr
Berlin, Berlin! Kaum eine andere deutsche Stadt beflügelt die Fantasie mehr als diese. Sie ist Brennpunkt unserer Geschichte, war lebendiges Mahnmal und größte Wunde unserer Teilung und ist heute weit vor allem anderen das Zeichen für unsere zurückgewonnene Einheit. Der Fotograf Ulrich Staege und der Maler Ingo Wegerl haben sich auf sehr unterschiedliche Weise dem Phänomen Berlin genähert. Entstanden sind zwei sehr persönliche „Stadtansichten“.
Auf mehreren Reisen hat der Fotograf Ullrich Staege in den vergangenen Monaten Berlin entdeckt. Fotografiert hat er dabei nicht, was alle fotografieren – oder er tat es, wenn ja, dann doch anders, als andere. Denn als Fotograf will Staege weder Chronist noch Frontreporter sein. Seine Arbeit entspricht niemals dem „Ich war hier“ vieler Kollegen. Seine Berlinbilder sind Blicke hinter die Kulissen. Ob als drängende, blendende, fast hektisch scheinende Komposition, mehr Malerei als Fotokunst, oder als konzentrierte, beinahe schmerzlich genaue Analyse. Er findet für jedes Motiv den treffenden Ausdruck, die geeigneten Mittel. Auf seinen Bildern zeigt sich die Entzauberung einer herausgeputzten, sich ihrer Wirkung bewussten, doch längst vor allem alternden Schönheit. Seine manchmal überblendeten, ganz oft mit verstärkten Farben, effektvollen Eingebungen oder anderen Motiven collageartig verfremdeten, manchmal messerscharfen und manchmal zur Unschärfe neigenden Bilder machen die Schichten sichtbar, unter denen das wahre Berlin lebt.
Jetzt weiterlesen auf www.kunst-speicher.de
Foto: Ulrich Staege: Sunset Reichstag, Fotografie, Acryldruck kaschiert auf Dibond




